Hallo liebe Freunde und WhatsApp-HISPAMAN-Verfolger!

Ursprünglich hatte ich vor, noch vor dem Start eine kurze Vorab-Nachricht über den HISPAMAN-Verteiler an euch zu senden. Das hat aufgrund der zumindest bei mir – nicht beim Rest des HISPAMAN-Teams, das eine besänftigende Ruhe ausstrahlte – vorhandenen Hektik vor dem Start nicht mehr geklappt. Und ich muss sagen, dass das im Nachhinein auch gut war. Denn die Eindrücke des doch recht langen Tages haben die Gefühle und Erwartungen im Vorfeld weit übertroffen.

Die Vorab-Nachricht hatte ich im Laufe der letzten Woche Stück für Stück verfasst. Es stand darin, dass ich mich unglaublich darüber freute, dass ihr alle über den WhatsApp-Verteiler das Geschehen verfolgen wolltet. Doch wie ich nach dem Zieleinlauf mitbekommen habe, habt ihr das Geschehen nicht „nur“ verfolgt, sondern sogar bis tief in die Nacht mitgefiebert. Das macht mich sprachlos und ich danke euch von ganzem Herzen für diese Unterstützung und für eure Worte und Glückwünsche vor dem Start und nach dem Überqueren der Ziellinie! WOW!!!

Sprachlosigkeit ist auch das, was diese unglaublich schöne Landschaft auslöste, durch die sich die HISPAMAN-Strecke schlengelte. Sie war einer der Gründe dafür, mich zu dieser Veranstaltung anzumelden. Die Fotos von der Erstauflage des HISPAMAN in 2018, die ich beim Blättern in einer Triathlon-Zeitschrift entdeckte, hatten mich sofort angefixt. Die Vorfreude durch diese tolle Landschaft zu radeln und zu laufen und vorab im Mittelmeer rund um das Kastell von Peniscola zu schwimmen war groß. Das, was ich sehen durfte, war noch viel schöner, als das, was ich erwartet hatte. So waren unter anderem die 40 Kilometer, die wir auf der sogenannten Lost Road radelten, die schönsten Radkilometer, die ich je fahren durfte. Die landschaftlichen Highlights setzten sich weiter fort und selbst beim Lauf durch die Dunkelheit waren wir überwältigt von fantastisch beleuchteten und mystisch anmutenden, auf Fels gebauten kleinen Städtchen und den durch die totale Dunkelheit am Boden unfassbar gut zu sehenden Sternenhimmel.

Ich hatte in die Vorab-Nachricht geschrieben, dass ich eine sehr große Dankbarkeit dafür habe, mit einer Gesundheit ausgestattet zu sein, die es mir erlaubt, überhaupt die Idee zu haben, mich für eine Herausforderung wie den HISPAMAN anzumelden, darauf hintrainieren und am Tag X an der Startlinie stehen zu dürfen. Das kann leider nicht jeder Mensch. Manch einer hätte vielleicht auch gar keine Lust dazu, was natürlich auch legitim ist. Doch es gibt genügend Menschen, die würden so gerne und können es aus gesundheitlichen Gründen einfach nicht! Dass wir die Ziellinie gestern noch vor der Cut-off-Zeit überschreiten konnten, ist ein unglaubliches Geschenk, für das ich gar nicht genug dankbar sein kann.

Apropos Startlinie: In meiner geplanten Vorab-Nachricht wiederholte ich auch das, was ich einigen von euch bereits vor einigen Wochen und Tagen sagte, nämlich dass ich die Hosen gestrichen voll hatte. Nicht nur, dass ich in den Tagen vor dem HISPAMAN vermutlich nicht zu gebrauchen war, am Samstagmorgen hatte ich vor Aufregung, Vorfreude und wegen des Gänsehautfeelings am Start sogar dicke Tränen in den Augen.

Die dicken Tränen waren aber nicht nur der Atmosphäre, Aufregung und Vorfreude geschuldet. Vielmehr sorgten Bine, Nadja, Manuel und Stefan dafür, dass sie kullerten. Ich hatte oben bereits geschrieben, dass ich den HISPAMAN beim Blättern in einer Triathlon-Zeitschrift entdeckt hatte. An diesem Abend im November 2018 saß ich allein beim Abendessen in der Küche. Bine war mit einer Freundin unterwegs. Einige Tage zuvor war ich darüber informiert worden, dass ich bei der Vergabe der Startplätze für den Swissman nicht aus der Lostrommel gezogen worden war und so war ich noch ein wenig traurig. Als mir der HISPAMAN quasi ins Gesicht sprang und ich Bine telefonisch nicht erreichen konnte, rief ich kurzerhand Stefan an und fragte ihn, ob er mich statt beim Swissman beim Abenteuer HISPAMAN als Supporter begleiten würde. Er sagte sofort zu. Nachdem Bine später nach Hause kam und wir uns besprechen konnten, war ich noch in derselben Nacht angemeldet. Nadja und Manuel erhielten direkt am nächsten Morgen meinen Anruf und auch sie zögerten keine Sekunde. Nadja, Manuel und Stefan nahmen sich sofort Urlaub, buchten Flüge und einen Leihwagen. Bine hielt mir tagein und tagaus den Rücken frei, kümmerte sich um Tinkerbell, motivierte mich, trieb mich an oder bremste mich (das war eher selten notwendig), radelte, lief oder schwamm mit mir, wenn sie die Zeit dazu hatte oder schickte mich fort, damit ich ohne sie auf meine Kilometer und Höhenmeter kam, investierte ihre Urlaubszeit in meine Trainingsausflüge (unter anderem nach Norwegen) und fuhr in zweieinhalb Tagen gemeinsam per Auto mit mir nach Peniscola. Diese Liste könnte ich noch ewig fortsetzen, würde hier allerdings die Speicherkapazität sprengen. Dieses HISPAMAN-Team trainierte gemeinsam, brütete zusammen über Plänen, Roadbooks und Athlete’s Guides, tüfftelte an der perfekten Ausrüstung und stand nun gemeinsam an der Startlinie des HISPAMAN. Meine Dankbarkeit für die Mühen, die Zeit (und auch die Kosten), die sie bis hierher auf sich genommen hatten, und für die Anstrengungen, die nun an diesem langen Tag (und in der kommenden Nacht) auf sie zu kommen würden, die mündete eben in den Tränen, die sich kurz vor dem Startschuss in meiner Schwimmbrille sammelten. Die vier bzw. fünf (denn auch Tinkerbell war von morgens bis tief in die Nacht mit dabei) navigierten und fuhren am Samstag insgesamt etwas 450 km (!!!), um von Treffpunkt zu Treffpunkt zu kommen und versorgten mich punktgenau mit allem, was ich brauchte; sie hielten alles in unglaublichen schönen Videos und Fotos fest; liefen mit mir durch den Nebel und durch die Nacht; sie strahlten bei jedem Treffen eine Freude aus, die einfach nur ansteckend war und ich mich einfach nur freute, sie bald wiederzusehen; sie machten Scherze, die mich zum Lachen brachten und trafen bei jeder Gelegenheit genau den richtigen Ton. Einen Teil dieses „richtigen Tons“ konntet ihr ja über die WhatsApp-Live-Berichterstattung miterleben. So wie dieses Team neben all den anderen Aufgaben an diesem Tag live vom HISPAMAN berichtet haben, so hätten sie auch die Stadtmeisterschaften im Hallenhalma von Arnis (der kleinsten Stadt Deutschlands) zu einem sportlichen Weltereignis verzaubert. Als ich heute die Berichterstattung nachvollzog, wurde mir einmal mehr klar, was dieses HISPAMAN-Team geleistet hat. Das ist nicht in Worte zu fassen und noch weniger selbstverständlich. Ohne Bine, Nadja, Stefan und Manuel wäre das Abenteuer HISPAMAN allerspätestens bei meinem mentalen Tiefpunkt bei Kilometer 150 auf dem Radl beendet gewesen. Und in diesem Augenblick, in dem ich diese Zeilen schreibe, kullern wieder ein paar Tränchen über mein Gesicht und ich würde sie am liebsten alle zusammen noch einmal in den Arm nehmen, allerdings holen sie gerade ihren viel zu kurz gekommenen Schlaf nach. Und der sei ihnen gegönnt!

Und nun verabschiede auch mich von euch und sage noch einmal DANKE für eure Unterstützung!

Seid ganz herzlich und lieb gegrüßt
Martin